Kiezfest 2018

  Begründet als Anliegen der elektro-konsumenten findet das KIEZFEST seit 2014 einmal jährlich statt, um die kreative sowie soziale Vielfalt der Südvorstadt zu präsentieren. Die elektro-konsumenten selbst agieren seit 2013 als Kollektiv, um der breit gefächerten elektronischen Musikkultur Leipzigs eine Plattform zu bieten und diese auf unterschiedlichste Art und Weise zu unterstützen. Beim diesjährigen Jubiläum, dem 5. KIEZFEST, wird der Aktionsradius erweitert: Das Epizentrum im Herzen der Südvorstadt befindet sich nach wie vor direkt am Immanuel-Kant-Gymnasium – am Heinrich-Schütz-Platz, auch bekannt als Kantpark. Zum ersten Mal kommt nun aber auch ein zweiter Ort des Geschehens hinzu: Die DISTILLERY wird sowohl tagsüber als auch in der Nacht Teil des KIEZFESTES sein. Während im Kantpark ab 13 Uhr auch Angebote für Kinder die jüngeren Gäste willkommen heißt und diese sich, sowie die Erwachsenen natürlich, zBsp. beim Tischtennisturnier und Malworkshop verausgaben können, ermöglicht die Distillery bei Tag für alle Anwohner und Interessierten eine exklusive Führung durch den ältesten Techno-Club Ostdeutschlands. Der alljährliche Kiez-Flohmarkt, der zum Trödeln, Tauschen und...
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Jenny Sharp

Um Jenny Sharps Selection zu beschreiben, kann man ein eher breitgetretenes Wort bemühen: Vielfältig. Doch es beschreibt treffend, was einen erwartet, wenn man sich eines ihrer Sets anhört. Sicher, der Fokus liegt auf Hip-Hop, nicht zuletzt, weil sie ursprünglich aus der Breakdance-Szene kommt. Doch bei ihrem Podcast Sharp Radio legt sie keinen Wert auf ein Konzept: sie mischt die Genres Hip Hop, Beats, Electronica, Rap, Footwork, Future Beats, Downtempo ...  - und gerade das macht sie so besonders: man nimmt ihr das Ganze einfach ab. Sie habe früher immer gern Podcasts gehört, irgendwann ihren eigenen gestartet, und die Inspiration liefern ihr vor allem die Menschen, die sie umgeben. All das widerspiegelt sich in ihrer Musik und auch in ihren Sets. Sie ist offen, legt keinen Wert auf Fassade und vor allem ist ihr eines wichtig: mit Menschen in Kontakt zu kommen, sich auszutauschen. So stellt sie beispielsweise in ihren Podcasts jeweils Künstler aus der Szene vor, die Featurings erweitern den...
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F.D.M. aka Fouteur de Merde

  Den hippesten Track der Saison, den neuesten Shit, das wird man in einem Set von F.D.M. vermutlich nicht finden. Dafür aber etwas anderes: viel Seele, viel ursprünglichen House, dreckig und roh aus Chicago, aus Südamerika, aus dem Orient. Die Einflüsse in seinen Sets sind vielfältig, was sie aber alle gemeinsam haben: sie transportieren etwas. Seine Stimmung, eine Message: Musik macht frei. Wenn es um Musik geht, gibt es keine Grenzen, alle sind gleich. "Für mich ist Musik der einzige Raum ohne Herkunft, Farbe, Religion, Ethnie. Ich fühle mich frei, kann mich durch die Musik, das Auflegen, ausdrücken." F.D.M. heißt eigentlich Elias. Er ist in Algerien geboren, in Paris groß geworden und lebt seit 2008 in Leipzig. Von dieser Herkunftsgeschichte hat er im Bezug auf die Musik viel mitnehmen können. Wie er mit der Musik in Kontakt gekommen ist, hört man seinen Sets an: Underground, Radiomixe auf Kassetten aufgenommen, Privatpartys. Alles locker, es muss nicht perfekt sein. Hauptsache, man hat Spaß dabei. Wenn...
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Panthera Krause

Die Augen auf den Dancefloor, den Kopf in die Wolken und das Herz schlägt nach Rilkes „Panther“. Lockerer, flockiger House, aber auch dreckig und rau, manchmal Deep, manchmal mit Vocals. Die Einflüsse auf die Sets von Panthera Krause sind vielfältig und ehrlich. Denn neben Musik an sich, die ihm überall im Alltag begegnet, inspiriert ihn vor allem Eines: Stimmungen. „Es kommt ja von mir. Ich habe da zu wenig drüber reflektiert aber ich denke, das Verspielte, die Stimmungen, die ich aufgreife und das Teils und im positiven Sinne unsauber Gearbeitete. Das sind so Sachen, die ich mag. Das kann man schon raus lesen.“ 2005 gründete er mit Malik die Band Marbert Rocel. Mit dem Umzug nach Leipzig begann dann seine Solo-Karriere: Besonders die Partys im Conne Island hätten ihn motiviert. „Sich die Nächte um die Ohren zu schlagen, auf die Partys zu gehen, den Vibe mitzubekommen, der da geherrscht hat. Da habe ich Lust bekommen, House auszuprobieren. – und probier mich da immer...
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Jennifer Touch

Düstere Synthies, eine Collage aus Noise, Bass, einer sphärischen Stimme. Irgendwas aus New Wave, Synth Pop, Elektro, 80s inspired Sound. Alles ein bisschen unperfekt und genau deswegen so intensiv und echt. Jenny aka Jennifer Touch ist ein Kind der 80er, das hört man ihrer Musik an. Sie ist Producerin und Vocalist, singt für ihre eigene Musik und auch für andere Musiker. Ihre Platten hat sie unter anderem bei Lunatic und Riotvan released. Ein inneres Konzept gibt es, so sagt sie selbst, für ihre Musik nicht. Sie sieht es eher im Großen und Ganzen, das Konzept, was jeder Mensch ja irgendwie am Laufen hat. Diese offene Einstellung spürt man in ihrer Musik: da ist viel Energie, das ist roh, das ist genau so, wie es eben gerade passiert, ohne vorher einen genauen Plan zu haben und ohne damit etwas Bestimmtes erreichen zu wollen. Und genau das macht ihre Musik letztlich auch so ehrlich. Eine gewisse Melancholie durchzieht den diskoiden Wave-Sound aber immer. „Ich finde...
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Peter Invasion

Banderfahrung, Partykollektiv, Booker, das eigene Label Riotvan, Produzent und DJ. Seit 14 Jahren spielt Musik eine große Rolle in seinem Leben, seit 11 Jahren lebt er davon. Klingt nach einem beeindruckenden Gesamtpaket. Wenn man dann auch noch bedenkt, dass Markus Krasselt alias Peter Invasion junge 29 Jahre alt ist, zieht man flott seinen imaginären Hut. Und das ist noch nicht alles. Markus Krasselt aka Peter Invasion schafft es, mit seiner Musik und dem vielseitigen Sound des Labels die Lücken im Kosmos der elektronischen Musikwelt zu schließen – zumindest jene Lücken, die sich auftaten, als DJs als Alleinunterhalter und Rockstar-Ablösung in den Clubs der Welt die Tanzflächen zu füllen begannen, mit elektronischer Musik, die oftmals fernab von organischen Bandeinflüssen funktioniert. „Ich glaube, das zeichnet auch meinen Stil beim Auflegen sehr aus, dass es eben nicht nur in eine Richtung geht und sehr organisch ist, sich alles irgendwie findet.“ Seine Sets stehen aufgrund ihrer Bandbreite ganz für sich allein, wirken nicht willkürlich, der rote Faden...
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Westbam

Westbam

"Marschmusik was my first love." ist wohl eine der meistzitierten Aussagen von Westbam. Gut, warum auch nicht, das "bam bam bam" findet man darin auf jeden Fall auch. Doch nicht nur Marschmusik hat ihn als Kind antiautoritärer Hippie-Eltern fasziniert, auch Hörspiele. Nicht etwa wegen der Geschichten, sondern wegen der Geräuschcollagen. Was man darin erkennt, zieht sich durch seine gesamte Autobiografie: Weniger die Musik als solches, die Musik um ihrer selbst Willen war es, was seinen Werdegang bestimmt hat, was ihn gereizt hat, sondern vielmehr das, was man damit machen kann und was daraus resultiert. Sein Buch "Die Macht der Nacht" erzählt von den Eckdaten seines Lebens, die Kindheit in Münster in der bildungsbürgerlichen Hippiefamilie, die Punkjugend, die ersten Plattenkäufe in Berlin sowie die ersten Gigs, Partys, Drogen, Freundschaften. Gleichzeitig aber erzählt es auch die Geschichte der elektronischen Musik: wie New Wave in den Clubs lief, die ersten Platten gemixt statt lediglich aneinandergereiht wurden, wie der House aus Chicago nach Deutschland schwappte...
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Christal

Christal

Man fühlt sich ein bisschen losgelöst und zwischenzeitlich unglaublich leicht, Feiern im eigentlichen Sinne des Wortes: völlig egal, was andere denken, man zappelt und wippt und tanzt durch die Gegend, muss viel lachen oder taumelt irgendwie selbstvergessen herum. Zwischenzeitlich wird's auch mal härter, düsterer, man spürt die Energie der Bässe ganz tief im Kopf und im Bauch, sieht Sternchen glitzern und und kann einfach nicht stillstehen. Die Musik, die Christal zusammenmischt und produziert ist treibend, fließend, bunt und voller Emotionen. Sie erinnert einen daran, dass das Leben, wenn man sich mal fallen lässt, doch ganz schön sein kann, ermöglicht Abstand zu einem verkopften Alltag und nimmt einen mit sich. Ich sehe blendende Stroboskoplichter und Rauch, ein bisschen Melancholie, aber es zieht einen nicht runter. Oder so. Man kann es schwer beschreiben. Kein Wunder, die Einflüsse, die ihre Musik prägen, sind locker, vielseitig, von überall her nimmt sie etwas auf. Was man aber ganz deutlich hört: sie ist ein Kind der...
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Ninze & Okaxy

Ninze & Okaxy

Ein bisschen gleicht das Gefühl, was man bekommt, wenn man ein Set von Ninze & Okaxy hört, jenem, was man erlebt, wenn man nach einer durchtanzten Nacht auf einem Festival in der Sonne liegt, eine Zitronenlimo in der Hand. Erschöpft, aber zufrieden. Entspannt, nicht zwangsläufig müde. Man wippt mit dem Fuß, nimmt das Gras unter sich als angenehm kühl wahr, Gespräche verschwimmen. Oder, wenn man die Augen schließt, kann man sich vorstellen, zu schweben, Raum und Zeit verschmelzen. Zu esoterisch? Technischer ausgedrückt bewegt sich die Musik der beiden Jungs im Slow House Bereich, seit einem Hashtag auf Soundcloud allgemein bekannt als „Ketapop“. Dass die beiden sich schon beinahe ihr ganzes Leben lang kennen, sorgt dafür, dass ihre gemeinsamen Sets und Auftritte durch und durch harmonieren. Seit ihrer frühen Jugend machen sie gemeinsam Musik. Elektronisch war es nicht von Beginn an, zuerst spielten sie in einer Indierock- Band. Später begannen sie, zu experimentieren, Gitarren- und Keyboard-Sounds wurden zunehmend mehr vermischt mit elektronischen Klängen. Die...
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Defrostatica

Defrostatica

Es gibt auch etwas Anderes. Etwas „Anderes als 4-on-the-floor.“ Manchmal übersieht man das schnell, konzentriert man sich auf die gängige Clubbing-Szene und die Techno-Monokultur. Defrostatica, ein Label aus Leipzig, spielt in einer anderen Nische. Drum’n’Bass, Breaktbeat, Footwork. Das klingt, rein von der Definition der Stile, erst mal schnell, manch einer empfindet es vielleicht als stressig. Letztendlich vergisst man leicht, dass man sich in jede Musikrichtung, sei es nicht gerade dem Herzschlag entsprechender 4/4-Rhythmus, erst mal einfühlen muss, zulassen. Lässt man sich ein, kann man oftmals positiv überrascht werden. „Der Punkt ist glaube ich, wir sind in einer Musikrichtung, die sehr innovationsfreudig ist, das heißt Ausprobieren von Sounds, Ausprobieren von Tempos und so weiter. Wir waren da noch nie so die Mainstream-Gruppe aber das ist nicht schlimm“ DJ Booga Dieses Ausprobieren, das Gefühl, irgendetwas abweichend vom gängigen Rhythmus zu machen und zu erleben, zieht sich schon lange durch den musikalischen Werdegang DJ Boogas. Angefangen Musik zu machen hat er als Drummer in einer Punkrockband,...
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